Bei den geteilten Familien NX und NP plant der Hypervisor mehrere Instanzen auf denselben physischen Kern. Jede vCPU bekommt eine Quote; wer sie nicht ausschöpft, verschenkt seinen Anteil an den Nachbarn. Das ist der Grund, warum diese Familien günstig sind: Sie zahlen für einen Erwartungswert, nicht für eine Garantie.
Wenn ein Nachbar rechnet, während Sie rechnen wollen, wartet Ihre Instanz. Diese Wartezeit ist im Gastsystem sichtbar — als %st in top, vmstat oder mpstat. Steal Time ist keine Störung, sondern die ehrliche Anzeige eines geteilten Systems. Auf NX und NP messen wir im Monatsmittel unter 3 %, in Lastspitzen einzelner Hosts bis 12 %. Auf dedizierten Familien ist sie bauartbedingt null.
Burst-Verhalten regeln wir über ein Guthabenmodell statt über harte Drosselung: Eine geteilte vCPU darf bis zu 20 Minuten je Stunde die volle Kernleistung ziehen. Danach greift der Basisanteil — 25 % je vCPU bei NX, 40 % bei NP. Ungenutztes Guthaben wird über bis zu acht Stunden angespart. Ein Build-Server, der zehn Minuten kompiliert und fünfzig Minuten wartet, sieht diese Grenze nie. Ein Videotranscoder sieht sie nach zwanzig Minuten.
Die Faustregel aus unserem Betrieb: Liegt die mittlere Auslastung einer vCPU über eine Woche dauerhaft über 20 %, ist eine dedizierte oder eine ARM-Instanz nicht nur schneller, sondern pro geleisteter Arbeit auch günstiger.