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netto, zzgl. 19 % MwSt.

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Sicherheit und Identität

Wer darf was,
und wer hält den Schlüssel

Zugriffssteuerung, Schlüssel- und Geheimnisverwaltung sind keine Zusatzprodukte, sondern die Grundlage, auf der alles andere steht. Diese Seite beschreibt, wie fein sich Rechte schneiden lassen, wo ein Schlüssel physisch liegt und was wir technisch noch können, wenn Sie ihn uns entziehen.

Diese Seite beschreibt die Dienste. Die Nachweise darüber — ISO 27001, BSI C5 Typ 2, EN 50600, Meldefristen und Auftragsverarbeitung — stehen unter Sicherheit und Compliance. Wo beides zusammengehört, verweisen die Abschnitte aufeinander.

Dienste im Überblick
Zugriffssteuerung (IAM)
im Konto enthalten
Schlüssel, softwaregeschützt
0,90 € / Monat
Schlüssel auf HSM
2,40 € / Monat
Geheimnis im Secret Manager
0,40 € / Monat
Cloud HSM, eigene Partition
439,00 € / Monat
Dediziertes HSM
in Vorbereitung
Schlüssel- und Geheimnispreise gelten je Einheit und Monat, stundengenau anteilig abgerechnet. Beträge netto.
Aktionen im Katalog
412
einzeln in Richtlinien adressierbar
Prüfpfad
90 Tage
nicht abschaltbar, nicht kürzbar
Rotation
90 Tage
Vorgabe für neue Schlüssel
HSM-Standorte
fra1 · muc1
Partitionen synchron gespiegelt

Einordnung

Drei Fragen, die nicht dieselbe sind

„Sicherheit und Identität“ ist im Sprachgebrauch ein Sammelbegriff für drei Fragen, die getrennt beantwortet werden. Diese Seite hält sie auseinander: erst wer jemand ist, dann was er darf, dann womit verschlüsselt wird.

  1. 01

    Wer sind Sie?

    Authentifizierung

    Die Frage nach der Identität. Beantwortet wird sie bei der Anmeldung — durch ein Kennwort mit zweitem Faktor, durch ein Dienstkonto für Maschinen oder über den Verbund: die Anmeldung bei Ihrem eigenen Verzeichnis, deren Ergebnis wir übernehmen.

    Wer sich nicht ausweisen kann, bekommt keine Sitzung. Trifft im Verbund keine Zuordnungsregel, entsteht ebenfalls keine — eine Auffangrolle gibt es nicht.

    Verbund, Sitzungen, Dienstkonten

  2. 02

    Was dürfen Sie?

    Autorisierung

    Die Frage nach den Rechten — unabhängig von der ersten. Eine gültige Anmeldung erlaubt für sich genommen gar nichts.

    Zuständig ist IAM, die Zugriffssteuerung des Kontos: Identity and Access Management, also Rollen, Richtlinien und Bedingungen. Sie adressiert 412 Aktionen einzeln. Die Regel dahinter heißt Least Privilege — so wenig Rechte wie möglich, und keine auf Vorrat.

    Rollen, Richtlinien, Prüfpfad

  3. 03

    Womit wird verschlüsselt?

    Schlüsselverwaltung

    Die dritte Frage betrifft weder Personen noch Rechte, sondern Material. KMS — Key Management Service — erzeugt Schlüssel, verwahrt sie und benutzt sie, gibt sie aber nicht heraus.

    Ein Geheimnis (Secret) ist demgegenüber ein Zugangsdatum, das eine Anwendung selbst lesen muss: ein Datenbankkennwort, ein Zertifikat. Beide werden rotiert, also planmäßig ausgetauscht; Vorgabe sind 90 Tage. Ein HSM — Hardware Security Module — ist das Gerät, in dem ein Schlüssel entsteht und das er nie verlässt.

    SchlüsselGeheimnisseHardware-Module

Die drei Fragen greifen ineinander, bleiben aber getrennt: Der Secret Manager holt seine Rechte aus derselben Zugriffssteuerung wie alles andere, und ein Schlüssel wird nur benutzt, wenn die anfragende Identität dafür berechtigt ist. Es gibt bei ENTRONYX CLOUD keine zweite Rechteverwaltung, die man getrennt pflegen müsste.

Identity and Access Management

Rechte, die man einzeln begründen kann

Rollen, Richtlinien und Dienstkonten gehören zu jedem Konto und kosten nichts. Es gibt keine Sicherheitsstufe, die man dazubucht — es gibt nur die Frage, wie fein Sie schneiden wollen.

Vordefinierte Rollen mit ihren Grenzen. Jede Rolle nennt ausdrücklich, was sie nicht darf.
RolleDarfDarf nicht
KontoinhaberAlles, einschließlich Abrechnung, Kontoauflösung und RollenvergabeNicht entzogen werden — die Rolle lässt sich nur übertragen, nicht löschen
AdministratorRessourcen aller Projekte anlegen, ändern, löschen; Rollen unterhalb der eigenen vergebenAbrechnungsdaten einsehen, Konto auflösen, den Prüfpfad verändern
BetreiberInstanzen, Volumes, Cluster und Netze im zugewiesenen Projekt bedienenRollen vergeben, Schlüssel erzeugen, Projekte anlegen
LeserZustand und Konfiguration aller zugewiesenen Ressourcen einsehenJede schreibende Aktion, auch das Starten einer angehaltenen Instanz
SicherheitsbeauftragtePrüfpfad lesen und exportieren, Schlüssel und Geheimnisse verwalten, Sitzungen beendenAuf die von den Schlüsseln geschützten Daten zugreifen
AbrechnungRechnungen, Verbrauch und Zahlungsmittel einsehen und ändernTechnische Ressourcen sehen oder verändern
Eigene RolleFrei gewählte Aktionsliste, auf Ressourcen und Bedingungen eingegrenztMehr enthalten, als die vergebende Rolle selbst besitzt

Vier Ebenen der Granularität

Eine Richtlinie besteht aus Wirkung, Aktion, Ressource und optionaler Bedingung. Je weiter unten in dieser Liste Sie ansetzen, desto weniger müssen Sie beim nächsten Vorfall erklären.

  1. 01Dienststorage:*

    Gröbste Stufe. Sinnvoll für Leserollen, ungeeignet für alles Schreibende.

  2. 02Aktionstorage:bucket:read

    Eine einzelne Operation. Der Katalog führt 412 Aktionen über alle Dienste.

  3. 03Ressourceurn:entronyx:storage:fra1:buckets/rechnungen-2026

    Bindet die Aktion an ein benanntes Objekt. Platzhalter am Ende sind erlaubt.

  4. 04Bedingungquellnetz = 203.0.113.0/24 und mfa_alter < 900

    Zusatzprüfung zur Laufzeit: Quellnetz, Alter der Zwei-Faktor-Anmeldung, Zeitfenster, Projektkennung.

Anmeldung über Ihr Verzeichnis

  1. Schritt 1Vertrauensstellung anlegenSie hinterlegen die Metadaten Ihres Anbieters — bei OIDC (OpenID Connect) über die Discovery-Adresse, bei SAML 2.0 über die Metadaten-XML; beides sind die verbreiteten Standards für die Anmeldung über ein fremdes Verzeichnis. Eine Vertrauensstellung je Anbieter, mehrere Anbieter je Konto sind zulässig.
  2. Schritt 2Attribute auf Rollen abbildenEine Zuordnungsregel übersetzt Gruppen oder Ansprüche aus dem Token in ENTRONYX-Rollen. Trifft keine Regel, entsteht keine Sitzung — es gibt keine Auffangrolle.
  3. Schritt 3AnmeldungDie Nutzerin meldet sich bei Ihrem Anbieter an. Wir prüfen Signatur, Aussteller, Zielgruppe und Alter des Tokens; abgelaufene oder wiederverwendete Zusicherungen werden abgewiesen.
  4. Schritt 4Sitzung mit AblaufAus der Zusicherung entsteht eine Sitzung mit 8 Stunden Laufzeit, verkürzbar bis auf 15 Minuten. Verlängerung nur durch erneute Anmeldung beim Anbieter, nicht durch Weiterbenutzung.
  5. Schritt 5Bereitstellung über SCIMSCIM ist das Protokoll, mit dem ein Verzeichnis Konten an einen fremden Dienst meldet. Wer bei Ihnen angelegt oder deaktiviert wird, erscheint oder verschwindet damit auch bei uns — ohne dass jemand daran denken muss. Ohne SCIM bleibt ein ausgeschiedenes Konto bestehen, bis Sie es löschen.
  6. Schritt 6Eintrag im PrüfpfadJede Sitzung wird mit Anbieter, Zuordnungsregel, zugewiesenen Rollen und Quelladresse protokolliert. Auch der Fall „keine Regel getroffen“ steht dort, mit den übermittelten Attributen.

Was ohne Konfiguration gilt

  • Alles verweigert: Ein neues Konto hat genau eine Berechtigte — die Kontoinhaberin. Jede weitere Person und jedes Dienstkonto beginnt ohne Rechte. Es gibt keine Rolle, die beim Anlegen automatisch mitkommt.
  • Verweigerung schlägt Erlaubnis: Treffen mehrere Richtlinien auf dieselbe Anfrage zu, gewinnt die Verweigerung — unabhängig von Reihenfolge und Genauigkeit der Regel.
  • Keine Vererbung über Projektgrenzen: Rechte in einem Projekt sagen nichts über ein anderes. Wer projektübergreifend arbeiten muss, braucht eine Rolle je Projekt oder eine Rolle auf Kontoebene.
  • Zwei Faktoren für schreibende Rollen: Administrator, Betreiber und Sicherheitsbeauftragte lassen sich nur an Personen vergeben, die einen zweiten Faktor hinterlegt haben. Zugelassen sind TOTP (Einmalcodes aus einer Authentifizierungs-App) und WebAuthn (Sicherheitsschlüssel oder Gerätebiometrie); Wiederherstellungscodes gibt es einmalig beim Anlegen.
  • Dienstkonten ohne Verfallsdatum gibt es nicht: Ein Zugriffstoken lebt eine Stunde, ein Schlüsselpaar höchstens 90 Tage. Ab Tag 60 erscheint eine Warnung im Konto und in der API-Antwort als Kopfzeile.
  • Der Prüfpfad ist nicht abschaltbar: Auch die Kontoinhaberin kann ihn nicht ausschalten, nicht kürzen und keine Einträge löschen. Das ist Absicht und die Bedingung dafür, dass er als Nachweis taugt.

Vorgabewerte eines neuen Kontos

Dienstkonten

Ein Dienstkonto gehört zu einem Projekt, nicht zu einer Person. Es kann Rollen tragen, aber keine Rollen vergeben, und es hat keinen Zugang zur Weboberfläche.

Für Systeme innerhalb der Plattform ist der bessere Weg der Verbund über das projizierte Token des Clusters — einen kurzlebigen Ausweis, den Kubernetes dem Pod selbst ausstellt. Dann liegt überhaupt kein dauerhaftes Zugangsdatum herum, das jemand kopieren könnte.

Token 1 Stunde · Schlüsselpaar höchstens 90 Tage

Prüfpfad

Erfasste Entscheidungen
Erlaubt und verweigert, beide vollständig
Felder je Eintrag
Zeit, Identität, Aktion, Ressource, Ergebnis, Quelladresse, Regelkennung
Aufbewahrung im Konto
90 Tage, nicht verkürzbar
Fortlaufender Export
Nach Object Storage oder an einen Syslog-Empfänger
Unveränderlichkeit
Stündliche Prüfsumme, in der Kette mit der vorigen Stunde verknüpft
Verzögerung bis zur Sichtbarkeit
Unter 30 Sekunden im Regelbetrieb

Über 90 Tage hinaus bewahren Sie die Einträge selbst auf — im Object Storage mit WORM-Sperre, also einmal beschreibbar und danach nur noch lesbar, oder über die Werkzeuge unter Betrieb.

Nicht abschaltbar, auch nicht durch die Kontoinhaberin

Eine geschlossene Stahltür mit Kartenleser und aufgedruckter Wortmarke ENTRONYX CLOUD, daneben ein Türblatt ohne Klinke.
Sinnbild, kein Schaubild: Eine verschlossene Tür erklärt Zutrittsrechte genauer als jedes Diagramm. Wer den Schlüssel hat, kommt hinein — und der Eintrag entsteht trotzdem. Jede Entscheidung steht im Prüfpfad, die erlaubte wie die verweigerte, 90 Tage lang und ohne Möglichkeit, sie zu löschen.
Zwei geschlossene Stahltüren mit den Schildern ENTRONYX CLOUD, darüber wandert warmes Licht auf und wieder ab.

Ein Recht ist kein Zustand, sondern eine Entscheidung je Anfrage. ENTRONYX CLOUD protokolliert jede davon — auch die abgelehnte, und auch die, die ein Administrator für sich selbst trifft.

Jede Anfrage einzeln

Ein Schlüsselbrett aus Stahl, die Haken einzeln beschriftet, zwei Plätze leer.

Rollen und Rechte sind bei ENTRONYX CLOUD zwei getrennte Dinge: Eine Rolle sagt, wofür jemand zuständig ist, eine Richtlinie sagt, welche der 412 Aktionen sie umfasst. Treffen mehrere Richtlinien zu, gewinnt immer die Verweigerung — unabhängig von Reihenfolge und Genauigkeit der Regel.

Zugriffssteuerung · Prüfpfad 90 Tage, nicht abschaltbar

Key Management Service

Ein Schlüssel, den Sie entziehen können

Der Dienst erzeugt, verwahrt und benutzt Schlüssel — er gibt sie nicht heraus. Der Unterschied zu einer Datei mit einem Schlüssel darin ist nicht die Verschlüsselung, sondern die Frage, wer den Gebrauch mitliest und wer ihn beenden kann.

Schlüsselarten

Verfügbare Schlüsselarten mit Verfahren und typischer Verwendung.
SchlüsselartVerfahrenVerwendungLänge
SymmetrischAES-256-GCMUmschließen von Datenschlüsseln, Verschlüsseln kleiner Nutzlasten bis 8 KB256 bit
Signatur RSARSASSA-PSS, RSASSA-PKCS1-v1_5Codesignatur, Ausstellen von Zertifikaten, Signieren von Belegen3072 / 4096 bit
Signatur ECDSAECDSA über P-256 und P-384Token- und Belegsignatur, wenn kurze Signaturen zählen256 / 384 bit
Signatur EdDSAEd25519Signatur in Paketketten und Artefaktregistern256 bit
Asymmetrisch entschlüsselnRSA-OAEP mit SHA-256Entgegennahme von Daten aus Systemen ohne gemeinsames Geheimnis3072 / 4096 bit
NachrichtenauthentisierungHMAC-SHA-256Signieren von Webhooks und Sitzungsmarken256 bit

Was beim Schreiben eines Objekts passiert

Ihr KMS-Schlüssel verschlüsselt nicht Ihre Daten, sondern den Schlüssel, der Ihre Daten verschlüsselt. Das ist der Grund, warum ein Widerruf sofort wirkt: Ohne den geöffneten Umschlag ist das Chiffrat — die verschlüsselten Daten — nur noch Rauschen.

  1. 1Datenschlüssel anfordernDer Speicherdienst fordert vom KMS einen frischen Datenschlüssel an und bekommt ihn zweimal: einmal im Klartext für den Arbeitsspeicher, einmal umschlossen mit Ihrem KMS-Schlüssel.
  2. 2Daten verschlüsselnDie Nutzlast wird mit dem Klartextschlüssel verschlüsselt. Danach wird dieser aus dem Arbeitsspeicher entfernt; auf einen Datenträger gelangt er nie.
  3. 3Umschlag mitschreibenNeben dem Chiffrat liegt der umschlossene Datenschlüssel und die Kennung der verwendeten KMS-Schlüsselversion. Ohne diese drei Teile lässt sich nichts entpacken.
  4. 4Beim Lesen zurückDer Umschlag geht ans KMS, das ihn öffnet — sofern die anfragende Identität dafür berechtigt ist. Jede Öffnung erscheint im Prüfpfad, mit Ressource und Ergebnis.

Preise

Abgerechnet wird nach Menge: je aktiver Schlüsselversion und je Vorgang.
PositionBezugsgrößePreis
SoftwaregeschütztJe aktiver Schlüsselversion und Monat0,90 €
KMS auf HSMJe aktiver Schlüsselversion und Monat2,40 €
Kryptografische VorgängeJe 10.000 Vorgängen · erste 20.000 je Monat frei0,0300 €
Schlüsselimport (BYOK)Je Import eines selbst erzeugten Schlüssels, unabhängig von der Schlüsselartkostenfrei
RotationAutomatisch oder manuell, beliebig oftkostenfrei

Alle Beträge netto, zzgl. 19 % USt. · Abrechnung stundengenau anteilig

Rotation

Turnus
30, 90, 180 oder 365 Tage — oder manuell
Vorgabe für neue Schlüssel
90 Tage, gleichlautend mit den Datenschlüsseln der Plattform
Was rotiert
Es entsteht eine neue Version; die alte bleibt lesbar
Wirkung auf bestehende Daten
Keine. Umgeschlüsselt wird nur, was neu geschrieben wird
Rückstand sichtbar
Anteil der Objekte auf alter Version im Konto ausgewiesen
Alte Version abschalten
Ausdrücklicher Befehl, mit 30 Tagen Karenz und Widerruf
Abrechnung
Jede aktive Version zählt einzeln

Vorgabe 90 Tage, wie bei den Datenschlüsseln der Plattform

Regionsbindung

  • Ein Schlüssel gehört zu einer Region: Er wird dort erzeugt, dort benutzt und verlässt sie nicht. Ein Volume in muc1 kann keinen Schlüssel aus hel1 verwenden — die Anfrage wird abgewiesen, nicht still über die Grenze geleitet.
  • Mehrregionen nur als benanntes Paar: Für Anwendungen über zwei Standorte gibt es Schlüsselpaare fra1/muc1 mit synchroner Spiegelung. Beide Hälften sind derselbe Schlüssel; wer eine löscht, löscht beide.
  • Kein stiller Rückfall: Ist die Region eines Schlüssels nicht erreichbar, schlagen die davon abhängigen Vorgänge fehl. Wir halten keine Zweitkopie außerhalb der gebuchten Region vor, auch nicht zur Überbrückung.
  • Nutzung durch die Speicherdienste: Object Storage bindet den Schlüssel je Bucket, Block Storage je Volume, die verwalteten Datenbanken je Instanz. Die Zuordnung ist im Nachhinein änderbar; bestehende Daten bleiben auf dem alten Schlüssel, bis sie neu geschrieben werden.

Ein Schlüssel, eine Region — oder ein benanntes Paar

Secret Manager

Zugangsdaten, die nicht im Repository landen

Datenbankkennwörter, API-Schlüssel und Zertifikate liegen versioniert im Dienst, verschlüsselt mit einem KMS-Schlüssel Ihres Kontos. Die Rechte daran kommen aus derselben Zugriffssteuerung wie alles andere — es gibt keine zweite Rechteverwaltung, die man vergessen könnte.

Ablauf einer automatischen Rotation

Der heikle Punkt jeder Rotation ist der Augenblick zwischen altem und neuem Wert. Wir lösen ihn, indem der neue Wert erst beim Zielsystem gültig gemacht und danach umgehängt wird — nie umgekehrt.

  1. t + 0Neues Geheimnis erzeugenDer Rotationsplan startet eine Funktion, die ein neues Zugangsdatum erzeugt — bei verwalteten Datenbanken ein zweites Anmeldekonto, sonst einen Wert nach Ihrer Vorgabe.
  2. t + 1Beim Zielsystem hinterlegenDas neue Zugangsdatum wird gesetzt, bevor irgendetwas umgeschaltet wird. Schlägt dieser Schritt fehl, bricht die Rotation ab und der alte Wert bleibt aktuell.
  3. t + 2Etikett umhängenErst jetzt wird „aktuell“ auf die neue Version gesetzt. Anwendungen, die zwischen den Schritten lesen, bekommen einen gültigen Wert — es gibt kein Fenster, in dem beide Werte falsch sind.
  4. t + 24 hAlten Wert stilllegenNach 24 Stunden Karenz wird das alte Zugangsdatum entwertet. Die Frist deckt Instanzen ab, die das Geheimnis beim Start gelesen und seither nicht neu geladen haben.

Anbindung an Kubernetes

Ein Kubernetes-Secret ist base64-kodiert, nicht verschlüsselt. Der Treiber umgeht diesen Weg vollständig: Das Geheimnis erreicht den Pod als Datei und liegt zu keinem Zeitpunkt in etcd, der Datenbank des Clusters.

  • Einhängen als Datei: Der CSI-Treiber — die Schnittstelle, über die Kubernetes Speicher in einen Pod einhängt — legt das Geheimnis als Datei in ein Volume des Pods. Es entsteht kein Kubernetes-Secret und damit kein base64-Wert in etcd, den jeder mit Leserecht auf den Namensraum sehen kann.
  • Identität statt Zugangsdatum: Der Pod weist sich mit dem Projizierten Dienstkonto-Token aus, das der Cluster ausstellt. Es liegt kein Zugangsschlüssel im Cluster, mit dem sich jemand außerhalb bedienen könnte.
  • Aktualisierung im laufenden Betrieb: Der Treiber prüft alle 120 Sekunden auf eine neue Version und schreibt die Datei neu. Ob die Anwendung sie neu liest, entscheidet die Anwendung — wir starten keine Pods neu.
  • Grenze: Wer Ausführungsrechte im Pod hat, liest die Datei. Der Treiber schützt vor breitem Leserecht im Cluster, nicht vor einem übernommenen Container.

Der Treiber wird beim Anlegen eines Clusters unter Managed Kubernetes mit einem Schalter aktiviert und braucht danach keine Pflege.

Eigenschaften

Größe je Geheimnis
Bis 64 KB, beliebige Binärdaten
Versionen
Unbegrenzt, mit den Etiketten „aktuell“ und „vorherig“
Rückfall
Etikett umhängen, ohne Neustart der Anwendung
Verschlüsselung
Mit einem KMS-Schlüssel Ihres Kontos, wahlweise auf HSM
Rechte
Über IAM je Geheimnis, keine zweite Rechteverwaltung
Löschung
30 Tage Karenz, in denen der Löschbefehl widerrufbar bleibt
Abruf im Prüfpfad
Wer, wann, welche Version, von welcher Adresse

Ein Geheimnis, beliebig viele Versionen

Was der Dienst nicht leistet

Er schützt den Wert im Ruhezustand und beim Transport, und er protokolliert jeden Abruf. Er schützt nicht davor, dass eine berechtigte Anwendung den Wert weiterreicht, in ein Protokoll schreibt oder in einer Fehlermeldung ausgibt.

Wer das ausschließen muss, verschlüsselt in der Anwendung selbst und benutzt den Dienst nur für den Schlüssel dazu.

Grenze, offen benannt

Preise

Abgerechnet wird je aktivem Geheimnis und je Abruf.
PositionBezugsgrößePreis
Aktives GeheimnisJe Geheimnis und Monat, alle Versionen zählen als eines0,40 €
AbrufeJe 10.000 Abrufen · erste 10.000 je Monat frei0,0250 €
Automatische RotationBeliebig oft, einschließlich der Rotationsfunktionkostenfrei
CSI-Treiber für KubernetesJe Cluster, unabhängig von der Zahl der Podskostenfrei

Alle Beträge netto, zzgl. 19 % USt. · Abrechnung stundengenau anteilig

Hardware-Sicherheitsmodule

Drei Stufen, davon zwei buchbar

Ein HSM ist ein Gerät, das Schlüssel erzeugt und benutzt, aber nicht herausgibt — auch nicht an den eigenen Betreiber. Der Unterschied zwischen den Stufen ist nicht das Schutzniveau des einzelnen Schlüssels, sondern die Frage, wer die Partition verwaltet und wer sich das Gerät teilt.

KMS auf HSM

2,40 €je Schlüsselversion und Monat

Der Einstieg in Hardware. Sie buchen keinen Geräteplatz, sondern einen Schlüssel, der in Hardware entsteht und dort bleibt. Bedienung wie beim softwaregeschützten Schlüssel — dieselbe API, dieselben Rechte, derselbe Prüfpfad.

Nutzung
Geteilte Partition, mehrere Konten
Zertifizierung
FIPS 140-3 Level 3
Standorte
fra1 und muc1, synchron gespiegelt
Verwaltung
ENTRONYX verwaltet die Partition

Cloud HSM

Eigene Partition

439,00 €je Partitionspaar und Monat

Eine eigene Partition mit eigenem Anmeldeverfahren. Wir kennen Ihre Partitionsanmeldung nicht und können sie nicht zurücksetzen. Zugriff über PKCS#11, JCE und KMIP — auch aus Systemen außerhalb unserer Plattform.

Nutzung
Eigene Partition, ausschließlich Ihr Konto
Zertifizierung
FIPS 140-3 Level 3
Standorte
fra1 und muc1, synchron gespiegelt
Verwaltung
Sie verwalten die Partition, wir das Gerät

Dediziertes HSM

In Vorbereitung

Kein PreisPreis wird mit der Verfügbarkeit veröffentlicht

Ein Gerät, das niemand außer Ihnen belegt — einschließlich der Entscheidung, welche Firmwareversion darauf läuft. Der Dienst ist in Vorbereitung. Wir nennen kein Datum, nehmen keine Vorbestellungen an und führen ihn nicht als Zusage in Angeboten.

Nutzung
Ganzes Gerät, physisch allein genutzt
Zertifizierung
FIPS 140-3 Level 3, Freigabe steht aus
Standorte
Standortwahl vorgesehen, nicht zugesagt
Verwaltung
Sie geben auch die Firmware frei

Alle Beträge netto, zzgl. 19 % USt. · Cloud HSM mit Mindestlaufzeit 3 Monate

Was Schlüsselhoheit praktisch bedeutet

„Nur Sie haben Zugriff“ ist ein Satz, der ohne Details nichts wert ist. Die folgende Tabelle beantwortet die sieben Fragen, an denen sich die beiden buchbaren Stufen tatsächlich unterscheiden.

Sieben Fragen zur Schlüsselhoheit, für beide buchbaren Stufen beantwortet.
FrageKMS auf HSMCloud HSM
Kann ENTRONYX den Schlüssel auslesen?Nein — er verlässt das Modul nichtNein — er verlässt das Modul nicht
Kann ENTRONYX ihn benutzen?Nur auf Anfrage einer berechtigten IdentitätNein — ohne Ihre Partitionsanmeldung nicht
Wer verwaltet die Partition?ENTRONYXSie, mit Quorum aus 3 von 5 Karten
Kann ENTRONYX sie löschen?Ja, im Rahmen des BetriebsJa, durch Zurücksetzen des Geräts — lesen kann sie dabei niemand
Was passiert bei Verlust der Anmeldung?Nicht möglich, wir halten sieDie Schlüssel sind verloren, auch für uns
Zugriff von außerhalb der Plattform?Über die KMS-APIÜber die Standardschnittstellen PKCS#11, JCE und KMIP
SicherungAutomatisch, gespiegelt auf das zweite GerätVerschlüsselter Klon in eine zweite Partition, von Ihnen ausgelöst
Ein Hardware-Sicherheitsmodul im Einschub, Frontblende mit Siegel und Kartenschacht, daneben eine verplombte Kassette.
Verwahrt wird im Gerät, nicht in einer Datei: Ein Schlüssel entsteht im Modul und verlässt es nicht. Ein Verwaltungsvorgang an einer Cloud-HSM-Partition braucht ein Quorum, also eine Mindestzahl anwesender Karten: 3 der 5 ausgegebenen. Eine Signatur beantwortet das Modul innerhalb derselben Region in unter 4 ms — der Umweg über die Hardware kostet Wartezeit, aber keine spürbare.
Zertifizierung
FIPS 140-3 L3
Kundenpartitionen, neue Gerätegeneration
Quorum
3 von 5
Karten für Verwaltungsvorgänge an der Partition
Antwortzeit
unter 4 ms
innerhalb derselben Region gemessen
Cloud HSM ab
439,00 €
je Partitionspaar und Monat

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Wer den Schlüssel sieht, und wer nicht

Verschlüsselt ist bei uns alles, ohne dass Sie etwas einschalten. Die interessante Frage ist eine andere: In welchem Modus arbeiten Sie, wo liegt dabei der Schlüssel, und was bleibt uns technisch möglich. Die Antwort steht in einer Tabelle, nicht in einem Versprechen.

Fünf Modi für ruhende Daten — SSE steht für serverseitige Verschlüsselung. Die Zeilen sind nach abnehmendem Zugriff von unserer Seite geordnet.
ModusWo der Schlüssel liegtWer den Klartext technisch sehen kann
SSE-S3 (Vorgabe)Plattformschlüssel, von uns verwaltetDer Speicherdienst — im Arbeitsspeicher, für die Dauer der Anfrage
SSE-KMSIhr KMS-Schlüssel, softwaregeschützt oder auf HSMDerselbe Dienst, aber nur solange Ihre Richtlinie es erlaubt; Entzug wirkt sofort
SSE-KMS mit eigenem SchlüsselVon Ihnen erzeugt und importiert (BYOK)Wie oben. Nach Widerruf ist das Chiffrat auch für uns wertlos
SSE-CBei Ihnen — der Schlüssel reist je Anfrage mitDer Dienst für die Dauer der Anfrage; gespeichert wird er nie
Client-seitigAusschließlich bei IhnenNiemand außer Ihnen. Wir sehen nur Chiffrat und Objektgröße

Warum „Ende zu Ende“ hier eine Einschränkung braucht

Ende-zu-Ende heißt streng genommen: Der Klartext entsteht auf Ihrem Gerät und verlässt es nie. Das leistet ausschließlich die client-seitige Verschlüsselung — die letzte Zeile der Tabelle oben.

In allen anderen Modi verschlüsselt ein Dienst von uns. Er braucht dafür zwangsläufig den Klartext im Arbeitsspeicher, für die Dauer der Anfrage. Das ist keine Hintertür, aber es ist auch nicht dasselbe wie Ende-zu-Ende, und wir bezeichnen es deshalb nicht so.

Was Sie in den serverseitigen Modi trotzdem gewinnen: Der Entzug wirkt sofort und vollständig, jede Benutzung steht im Prüfpfad, und der Schlüssel liegt nie auf demselben Datenträger wie die Daten.

Auf dem Weg

Öffentliche Endpunkte
TLS 1.3; TLS 1.2 nur mit AEAD-Suiten, die verschlüsseln und zugleich die Unversehrtheit prüfen
Zwischen unseren Diensten
Gegenseitige TLS-Authentifizierung (mTLS) — beide Seiten weisen ein Zertifikat vor, nicht nur der Server
Zwischen den Standorten
Zusätzlich MACsec, eine Verschlüsselung auf der Leitungsebene
Zum HSM
PKCS#11 über TLS mit beidseitigem Zertifikat
Innerhalb Ihres vRack
Nicht verschlüsselt — dafür sind Sie zuständig

Die letzte Zeile ist die wichtigste: Ein privates Layer-2-Netz ist privat, aber nicht verschlüsselt. Wer im vRack — dem privaten Netz zwischen Ihren Servern — vertrauliche Daten überträgt, verschlüsselt sie selbst; die Trennung durch vRack ersetzt keine Transportverschlüsselung.

Eigene Schlüssel mitbringen

BYOK heißt „bring your own key“: Sie erzeugen den Schlüssel bei sich, umschließen ihn mit einem Transportschlüssel, den wir für Ihr Konto ausstellen, und laden ihn hoch. Wir sehen dabei nur das umschlossene Material.

Ein importierter Schlüssel lässt sich jederzeit widerrufen, mit oder ohne Karenz. Nach dem Widerruf sind die damit geschützten Daten unwiederbringlich verloren — auch für uns. Das ist der Zweck der Sache und keine Fehlfunktion.

BYOK · Import kostenfrei

Und was ist mit Bare Metal

Auf einem dedizierten Server haben Sie vollen Zugriff auf die Datenträger — und damit auch die Zuständigkeit für deren Verschlüsselung. Wir stellen TPM 2.0 bereit, den Sicherheitschip des Servers, und empfehlen LUKS2, die Datenträgerverschlüsselung von Linux — mit einem Schlüssel, der nicht auf demselben System liegt.

Genau dafür taugt der KMS-Schlüssel dieser Seite: Das Entsperren beim Start holt sich den Schlüssel über die API, statt ihn im Startabbild (Initrd) abzulegen.

Dort liegt die Verantwortung bei Ihnen

DDoS-Schutz

Enthalten, nicht dazugebucht

Der Grundschutz läuft in jedem Produkt dauerhaft mit und muss nicht eingeschaltet werden. Die vollständige Beschreibung — Ablauf einer Mitigation, Filterstufen, Grenzen — steht auf der Netzwerkseite.

Filterkapazität
1,2 Tbit/s über drei Scrubbing-Zentren
Grundschutz
In jedem Tarif enthalten, ohne Aufpreis
Erkennungszeit
3 s im Median der letzten 12 Monate
Abgedeckt
Volumetrische Angriffe auf Ebene 3 und 4
Nicht abgedeckt
Anfragefluten auf Ebene 7, die sich wie Nutzer verhalten
Erweiterter Schutz
49,00 € im Monat, netto

Zur Einordnung der 1,2 Tbit/s: Die größte Anbindung, die ein einzelnes System bei uns bekommen kann, liegt bei 25 Gbit/s. Die Filterkapazität ist also rund das Achtundvierzigfache davon. Gereinigt wird der Verkehr dabei in den Scrubbing-Zentren — eigenen Standorten, an denen Angriffsverkehr ausgefiltert wird — und nicht am angegriffenen System.

Was der Schutz nicht ist: ein Ersatz für Zugriffssteuerung. Er hält Verkehr fern, der Ihr System überlasten würde — nicht Anfragen, die zu Recht durchkommen und trotzdem nicht hätten erlaubt sein dürfen. Dafür sind Rollen und Richtlinien zuständig.

Ablauf einer Mitigation in sechs Stufen, die Preistabelle aller drei Filterstufen und die Angaben zur Zusatzlatenz stehen im Netzabschnitt.

DDoS-Schutz auf der Netzwerkseite

Nächster Schritt

Erst die Rechte, dann die Schlüssel

Zugriffssteuerung und Prüfpfad gehören zu jedem Konto und lassen sich vor der ersten Buchung einrichten. Schlüssel und Geheimnisse kommen dazu, sobald es etwas zu schützen gibt. Wer eine eigene HSM-Partition braucht, klärt Standortpaar und Quorum vorab mit dem Vertrieb — die Einrichtung umfasst eine Schlüsselzeremonie mit Protokoll.

Zugriffssteuerung
enthalten
Schlüssel ab
0,90 €
Geheimnis ab
0,40 €
Cloud HSM ab
439,00 €